Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz

In der Pfalz bildeten sich 1845 und 1846 die ersten Gemeinden in Neustadt und Frankenthal. Sie wurden aber sehr schnell durch die bayerische Regierung verboten.  Auch Gründungen in der Revolutionszeit von 1848, wie z. B. in Kaiserlautern, Oggersheim und erneut in Neustadt und Frankenthal, konnten das Ende der demokratischen Revolution nur illegal überleben.

1891 wurde die freireligiöse Gemeinde Ludwigshafen gegründet. Sie half mit, auch in anderen pfälzischen Städten Gemeinden wiederzubeleben oder ganz neu zu gründen. Dies geschah vor allem in der Zeit der Weimarer Republik. Starke Anstöße erhielt die Bewegung auch durch die Freidenkerbewegung und die monistische Bewegung, mit denen in vielen Orten zusammengearbeitet wurde.

1933 wurden alle Gemeinden in der Pfalz verboten wegen angeblich „marxistischer“ Umtriebe (und ihr geringes Vermögen beschlagnahmt). 1945 entstanden die ersten Gemeinden neu und schlossen sich 1947 in der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz zusammen.

Wie ist die Gemeinde aufgebaut?

Getreu ihrem Ziel der religiösen Selbstbestimmung des Einzelnen verwalten sich die freireligiösen Gemeinden in demokratischer  Weise selbst.

In der Pfalz sind die Gemeinden zusammengeschlossen in der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Jede Gemeinde wählt in einer Gemeindeversammlung, an der alle Mitglieder über 14 Jahre teilnehmen können, ihren Gemeindevorsteher, ihren Gemeinderat und Delegierte zur Landesversammlung.

Gemeindeversammlung und Gemeinderat sowie auf Landesebene die Landesversammlung und der Landesvorstand entscheiden über gemeinsame Grundsätze und das Gemeindeleben.

Der Landesvorstand entscheidet über die Einstellung von Landessprechern und –sprecherinnen, die für religiöse Erziehung und Religionsunterricht, Beratung in allen Lebensfragen und Durchführung von Festen und Feiern im Jahres- und Lebenslauf verantwortlich sind und den Mitgliedern und den Gemeinden mit Anregungen für die inhaltliche Arbeit beistehen.

Die Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz selbst ist Mitglied im Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands (BFGD), der wie sie Körperschaft des öffentlichen Rechts ist.

Auf nationaler Ebene ist der BFGD Mitglied im Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW).

Auf internationaler Ebene ist der BFGD Mitglied der „Internationalen Humanistischen und Ethischen Union“ (IHEU). Sie ist als Nichtregierungsorganisation (NGO) bei UN, UNESCO, dem Europarat und der Europäischen Union vertreten. Zu ihr gehören circa 100 Organisationen in allen Teilen der Welt.

Wo ist die Landesgemeinde zu finden?

Sie besitzt ein Gemeindezentrum in Ludwigshafen, Wörthstr. 6a, das Ronge-Haus. Dort befindet sich die Geschäftsstelle, das Sprecheramt und der Versammlungssaal.
Einen weiteren Treffpunkt besitzt die Landesgemeinde in ihrem Gemeindepavillon in Iggelbach.
Die anderen Gemeinden in der Pfalz treffen sich in geeigneten Räumlichkeiten, z.B. in einem Wohnstift oder in Naturfreundehäusern. Termine der Veranstaltungen werden über die Webseite veröffentlicht oder können in der Geschäftstelle erfragt werden.

Was macht die Landesgemeinde?

Sie führt Feiern zum Jahreslauf und Matineen durch, gesellige Treffen und Diskussionsrunden. Alle Veranstaltungen sind öffentlich. Hinzu kommt der staatlich anerkannte Religionsunterricht, Jugendarbeit in Form von Wochenendtreffen und Freizeiten.
Seelsorgerliche Betreuung durch die Landessprecherin steht allen Menschen in der Not offen.
Feiern wie Trauerfeiern, Lebensweihen (Begrüßung von Neugeborenen) und Trauungen werden auch für Nichtmitglieder angeboten.

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